Aktfotografie

Aktfotografie…

Ich glaube irgendwie ist die Fotografie nackter Menschen ein Stadium durch das viele Fotografen im laufe ihrer Entwicklung gehen. Die meisten meiner hier gezeigten Aufnahmen entstanden in den frühen 90er Jahren des letzten Jahrtausends. Ich weiß es hört sich so an als ob es schon ewig her ist – Es soll sich auch so anhören.  Ich finde Gesichter oft viel interessanter als nackte Körper. Allerdings, glaube ich, ist die Aktaufnahme unter Umständen der Weg richtig gute Porträts zu bekommen.
Ich bin der Meinung das manchmal die Aktaufnahme, der Moment des Nacktseins, das Gesicht verändert. Das es einen Moment leuchtet wenn der Mensch vor der Kamera seines letzten Schutzes beraubt ist. Das kann so sein muß aber nicht.
Leider schmeißen viele Fotografen die Aufnahmen nicht in den Müll bei denen das nicht funktioniert hat. Schließlich erwartet auch das Model Ergebnisse. Die wiederum findet die Beine, Po usw. gut getroffen übersieht aber regelmässig das Gesicht. Das alte Sender-, Empfängerproblem Das Unheil nimmt seinen Lauf!

 

Die Dicke und die dünne Berta..

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Meine Dicke Berta mit Polaroidback

Fotografen sind ein wenig wie Musiker. Das glaube ich jedenfalls. Viele haben sehr gute Instrumente, können aber nicht  so gut spielen. Andere setzen auf alte Instrumente aus einer Zeit in der viele sich ihrem Synthesizer selbst zusammengelötet haben. Technisch gibt es heute tolle Kameras die fast keine Wünsche mehr offen lassen. Die Bilder, die entstehen, sind in der Regel technisch einwandfrei. Doch irgendetwas fehlte mir, langweilte mich in dieser Perfektion. So kam es, das ich mit der Zeit immer unzufriedener wurde und ich überlegte woran das lag.

 

Erst kaufte ich mir eine RB67 von Mamiya die ich aber nur sporadisch einsetze. Es ist eine große und schwere Kamera. Eben meine Dicke Berta. Die Aufnahmen, die mit ihr entstehen, haben durch die Größe der Negative ihren Reiz. Aber um immer damit zu fotografieren war sie mir zu unhandlich. Im Winter 2014/2015 analog_mf645_201602_10_01-Bearbeitetkaufte ich mir dann eine Mamiya 645 pro tl, meine dünne Berta und fotografierte wieder auf Film. Das selbst Entwickeln der belichteten Filme war nur konsequent. Nach und nach kamen noch ein paar Objektive dazu. Ich hatte mein Gefühl zurück mit dem ich früher anfing zu fotografieren und das ich so vermißte. Das langsamere Arbeiten, kein ständiger Blick auf Displays und ohne diese Mentalität „Photoshop wird es richten“. Binnen eines Jahres machte ich weniger als die Hälfte an Aufnahmen der vorangegangenen Jahre, bei der Jahresfotoausstellung des Fotoclubs stellte ich erstmals wieder rein auf Film entstandene Bilder aus. Ich scanne und drucke die Aufnahmen. Ich möchte die digitale Fotografie nicht verteufeln. Sie hat ganz klare Stärken. Ich greife auch zu meiner geliebten 5D, aber in der Regel immer öfter an ihr vorbei und nehme meine „dünne Berta“..

In ein paar Tagen geht es nach Rügen. Die Filme habe ich schon eingepackt…
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