Tina

Tina und ich fotografierten das erste Mal 2011 zusammen. Sie war eines der Modelle die ich damals für mein Steetfashionprojekt gewinnen konnte. Ich liebe es über einen längeren Zeitraum mit den gleichen Menschen zusammen zu arbeiten. Man fängt nicht immer bei Null an, kennt den Anderen und diese 30 Sekunden des kennenlernens entfallen, bei denen keiner weiß wie das Gegenüber tickt. Davon wollte ich eigentlich überhaupt nicht schreiben.

Tina und ich verabredeten uns also in einer leerstehenden Wohnung, unterm Dach, um dort mal wieder ein paar Porträts zu fotografieren. Schon beim Ankommen fiel mir das Gerüst an der Hauswand auf. Die Dachdecker waren da und arbeiteten an einer undichten Stelle des Daches. Schon beim Betreten der Wohnung lächelten Sie uns durchs Fenster freundlich an. Sie konnten immer in die Räume schauen und das störte uns doch erheblich. Wir gingen weiter, auf den fast fensterlosen Dachboden. Und fotografierten dort an einem düster, nebligen Herbstnachmittag. Das Licht fiel durch eine Dachluke, für den Schornsteinfeger und ein kleines Fenster. Eigentlich wollte ich, wie immer in den letzten Jahren auf Film fotografieren. Ich liebe einfach diesen Handwerklichen Vorgang, den Geruch der Chemie beim entwickeln. Aber das wenige Licht ließ mich dann doch zur Digitalen greifen. So kam es das ich zum ersten Mal seit 2,5 Jahren wieder digital fotografierte. Ist schon ein Nebelscheinwerfer… Seit diesem Nachmittag studiere ich die Nachtaufnahmen von Brassaï, der mit relativ unempfindlichen Filmen die Schatten- und Nachtwelt von Paris, in den 30er Jahren fotografierte. Ich möchte ja auch nochmal auf den Dachboden…….

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